Sonntag, 6. Dezember 2015

Grössere Brüste als teurer Partyspass

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Kate Hudson poses in a Versace gown at the 72nd annual Golden Globe Awards at the Beverly Hilton Hotel on Sunday, Jan. 11, 2015, in Beverly Hills, Calif. (Photo by John Shearer/Invision/AP)
Liebt Natur pur: Schauspielerin Kate Hudson. (Bild: John Shearer/Keystone)
In New York verhilft der Schönheitschirurg Norman Rowe seinen Kundinnen zu einem pralleren Décolleté auf Zeit. Diese Insta-Breast erhält die Patientin durch die Injektion einer sterilen Kochsalzlösung. Ursprünglich war das Verfahren dazu gedacht, Frauen, die eine Brustvergrösserung wollten, zu zeigen, wie das gewünschte Implantat sich darstellen würde. Heute wird dieser «Testlauf» von immer mehr Frauen gewünscht, die für 24 Stunden, zum Beispiel für eine Party, eine vollere Brust wollen.
Die Zürcher Schönheitschirurgin Prof. Dr. Gertrude Beer über Sinn und Unsinn dieses Brust-Tunings.
Eine Brustvergrösserung für 24 Stunden. Wie funktioniert das?
Die Brust wird im Durchschnitt mit etwa 250 Milliliter steriler Kochsalzlösung aufgefüllt. Die Lösung wird in Spritzen oder eine Pumpe gefüllt und dann mittels langer Nadeln möglichst gleichmässig in der Brust verteilt. Das Ganze dauert keine 30 Minuten.
Das tönt ziemlich schmerzhaft
Ist es aber nicht. Der Eingriff kann sogar ohne lokale Betäubung erfolgen.
Und wieso bleibt das pralle Décolleté nur gerade 24 Stunden frisch?
Dadurch, dass die Kochsalzlösung vom Körper resorbiert und ausgeschieden wird, bleibt die Vergrösserung nur begrenzt bestehen.
Aus den USA ist man sich ja im Bereich der Schönheit einigen Unsinn gewohnt. Sind die Schweizerinnen nicht zu vernünftig für einen solchen Eingriff?
Anscheinend nicht. Dieses Verfahren gibt es bereits und es wird sich, so bin ich sicher, als «Partyspass» weiterverbreiten.
Was sind die Risiken und Nebenwirkungen dieses «Spasses»?
Druck, Spannungsgefühle bis hin zu Schmerzen. Wenn nicht steril gearbeitet wird, droht Infektionsgefahr. Bei kleinen Brüsten droht eine Dehnung der Haut, vor allem, wenn die Methode wiederholt angewendet wird.
Ist nach 24 Stunden der Busen nicht schlaffer als vorher?
Man kann nicht ausschliessen, dass der Busen nach einem solchen Eingriff leicht erschlafft ist. Das hängt auch von der Elastizität der Haut ab.
Was kosten Insta-Breasts?
Rund 3500 Franken, es ist also ein teurer Wochenendspass.
Wenden Sie dieses Verfahren an?
Ich arbeite mit der Injektion der Kochsalzlösung, aber nicht zum Zweck der Insta-Breasts, sondern um jemandem, der die Brust, Lippen oder Wangenknochen vergrössern will, zu zeigen, wie die definitive Version aussehen könnte, als unverbindlicher und reversibler Test vor einer definitiven Entscheidung. Als Partyspass finde ich die Insta-Breast vollkommen unnötig, aber wem es gefällt – bitte! Einen Mann damit zu täuschen, finde ich allerdings höchst unfair.

Dienstag, 10. März 2015

Informationen der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie zu ALCL  - Anaplastisches Grosszell-Lymphom und Brustimplantate.




Betrifft: mögliches Risiko einer extrem seltenen Krebsform durch Brustimplantate


Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) verfolgt seit vielen Jahren regelmäßig alle Studien zur Sicherheit von Brustimplantaten. Die in den letzten Tagen vorgestellte Studie der Universität Wien schließt wie schon andere Studien zuvor einen direkten Zusammenhang zwischen der Entstehung einer extrem seltenen Krebsform (ALCL =Anaplastic Large Cell Lymphoma) und Brustimplantaten nicht aus. Da diese Erkrankung nur in 1-6 Fällen pro 3 Millionen Implantatträgerinnen im möglichen Zusammenhang gesehen wird, sind ausgedehnte Forschungen in dieser Richtung weiter notwendig. Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) unterstützt daher auch jede Untersuchung, sieht aber auf Grund der extrem seltenen und noch nicht im Detail geklärten Erkrankung zum derzeitigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit, eine allgemeine Warnung auszusprechen. Mögliche Patientinnen sollten aber auf das extrem niedrige Risiko hingewiesen werden.
Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) führt seit 1996 ein freiwilliges, anonymisiertes Silikonimplantatregister. In diesem Register ist derzeit kein Fall eines  ALCL dokumentiert. Da dieses Register allerdings nicht verpflichtend ist, sind nicht alle Implantate in Österreich dokumentiert.  Es ist daher zum wiederholten Male zu  empfehlen, eine gesetzliche Verpflichtung zur zentralen Dokumentation zu erlassen. Das bestehende Silikonimplantatregister steht grundsätzlich allen Ärzten offen, die Eingabe ist unkompliziert und würde die Erhebung entsprechender Daten und daraus abzuleitender Maßnahmen wesentlich erleichtern.


Donnerstag, 19. Februar 2015

Im Tagesanzeiger vom 15. Februar gab es im Posting von Silvia Aesschbach "Von Kopf bis Fuss" einen Kommentar von mir zum Thema: Junge Frauen wollen künstliche Kurven.

Blog:
Als uns Madonna vor einigen Tagen bei der Verleihung der Grammy Awards ihr seltsam verschnürtes, nacktes Hinterteil entgegenstreckte, wirkte das nicht sexy, sondern nur peinlich. Die Queen of Pop, die früher Trends setzte, versuchte es ihren jungen Kolleginnen wie Rihanna, Cara Delevingne und Miley Cyrus gleichzutun, die Anfang dieses Jahres auf Instagram ihre Kehrseite zeigten.
Eine Po-Mania unter den Popstars – doch nicht nur. Auch Frauen, die nicht im Scheinwerferlicht stehen, fokussieren auf ihr Hinterteil. «Der Po der Stunde ist gross und rund», sagt Gertrude Beer, plastische Chirurgin aus Zürich. Der Trend zu Po-Implantaten habe in der Schweiz denn auch enorm zugenommen.
Ein grosser Po? Wie das? Wir Frauen wollen und sollten doch nur eines sein: dünn! Jedenfalls wenn es nach der gesellschaftlichen Norm geht. Und jetzt sollen wir plötzlich wieder einen Rubens-Hintern präsentieren? Und wer keinen hat, soll ihn künstlich aufpumpen?
Was geht uns Hollywood an, ist man geneigt zu sagen. Sollen doch die ollen Kardashians ihre Spoiler schwenken, so lange sie wollen, das hat doch keinerlei Einfluss auf unsere Realität. «Falsch», sagt Beer. «Bei keiner anderen Schönheits-OP ist die Nachfrage stärker gewachsen.» Dies, obwohl es bei keinem anderen Eingriff mehr Risiken gibt als bei diesem. Verrutschte Silikonkissen und Infektionsgefahr sind nur zwei davon. Gertrude Beer, die lange am Universitätsspital Zürich gearbeitet hat, ist selber «überrascht» vom grassierenden Po-Boom.
Und wer wünscht sich jetzt ein so ausgeprägtes Hinterteil? Die Antwort erstaunt. «Es sind die ganz jungen Frauen unter 30, die zu mir in die Praxis kommen. Sie lassen sich weder von den Risiken noch den Kosten einer solchen Operation (um die 10'000 Franken) abbringen.» Und damit das Gleichgewicht gewahrt ist in der Körperstatik, werden auch noch üppigere Brüste gewünscht. Auch hier kann Beer einen neuen Trend festmachen. War bis jetzt die häufigste Silikongrösse um die 300 Gramm, werden von den ganz Jungen üppigere Brüste gewünscht. Um dies zu demonstrieren, drückt mir die Chirurgin in ihrer Praxis im Zürcher Engequartier ein 500 Gramm schweres Silikonkissen in die Hand. Wahrlich eine Handvoll.
Was für eine Ironie! Während viele erwachsene Frauen zwischen 30 und 60 jedes Gramm Fett runterhungern, wie aktuell Heidi Klum oder Königin Letizia von Spanien, und/oder sich Fett absaugen lassen, wünschen sich viele Frauen unter 30 nichts sehnlicher als Kurven. Und zwar solche, die fast schon einen Comic-Charakter haben, mit einem beträchtlichen Vor- und Hinterbau, zusammengehalten von einer Wespentaille. Und natürlich müssen die Beine dünn und lang sein.
Was für eine Ironie! Während viele erwachsene Frauen zwischen 30 und 60 jedes Gramm Fett runterhungern, wie aktuell Heidi Klum oder Königin Letizia von Spanien, und/oder sich Fett absaugen lassen, wünschen sich viele Frauen unter 30 nichts sehnlicher als Kurven. Und zwar solche, die fast schon einen Comic-Charakter haben, mit einem beträchtlichen Vor- und Hinterbau, zusammengehalten von einer Wespentaille. Und natürlich müssen die Beine dünn und lang sein.
Der Druck, der auf jungen Frauen bezüglich ihres Aussehens lastet, ist enorm. In Zeiten von Selfies, Instagram und Co. wird erwartet, dass man in jeder Lebensposition gut aussieht. «Ich habe 18-jährige Kundinnen, die sagen, wenn sie nicht so aussehen würden wie ihre Vorbilder, die Stars, würden sie keinen Freund finden», sagt Beer. Ständig würden sie sich mit ihren prominenten Vorbildern vergleichen. «Viele junge Frauen kommen mit ihren Müttern, die wollen, dass ich ihren Töchtern die OP ausrede. Da sage ich nur: Klären Sie das zusammen, das ist nicht meine Aufgabe.» Wie geht sie mit solchen Wünschen um? «Zurückhaltend», ist ihre Antwort. «Wenn die Kundin volljährig ist und auf einer OP besteht, versuche ich ihr eine vorzuschlagen, die zu ihrem Körper passt. Wenn ihr das nicht gefällt, dann wird sie zu einem anderen Arzt gehen, oft auch ins Ausland.»
Und wenn sich das Schönheitsideal übermorgen wieder ändert und die Frauen plötzlich wieder flach wie ein Knabe sein sollen? Was passiert dann mit den aufgepolsterten Busen und ebensolchen Pos? «Viele Frauen sagen, wenn das denn so wäre, dann nähmen wir das Silikon halt wieder raus», sagt Beer.
So einfach ist das.

Freitag, 25. Juli 2014

Im "Beobachter" Nr. 15 vom 25. Juli 2014 gibt es auf Seite16 einen interessanten Artikel mit dem Titel: Brüste bis zum Bauchnabel sind keine Normvariante. Es sind Berichte von Patientinnen, deren Brustverkleinerung oder einseitige Brustangleichung nach Brustkrebs von den Krankenkassen nicht bezahlt werden will.
 Im Text gibt es dazu auch einen Kommentar aus unserer Praxis.

Sonntag, 20. Juli 2014



Artikel in der SonntagsZeitung vom 20. Juli 2014
"Haut Couture" mit Kommentar von uns.

Sonntag, 4. August 2013



Aus der aktuellen Ausgabe

Männer kriegen ihr Fett weg

Schön gespritzt:

Schweizer Männer lassen auch immer mehr nicht invasive Eingriffe wie Botox- oder Laserbehandlungen über sich ergehen

Ein Fünftel der Schönheitsoperationen in der Schweiz wird beim starken Geschlecht vorgenommen
Von Silvia Aeschbach
Olaf Heim* ist ein Bild von einem Mann: 1,90 Meter gross, durchtrainiert, mit sonnengebleichtem Haar. Er zieht sofort die Blicke auf sich, als er ins Restaurant tritt. Dass er seinem ansprechenden Äusseren etwas nachgeholfen hat, darüber will er nur anonym sprechen. «Mein Umfeld ist noch nicht so tolerant wie ich», scherzt der Marketingleiter eines grossen Schweizer Versicherungsunternehmens. Heim hat sich vor kurzem am Bauch Fett absaugen lassen. Nachdem Diät und Sport nichts gebracht hätten. «Mich haben diese kleinen Fettringe schon lange gestört.» Seinen Besuch beim Schönheitsdoc habe er nicht bereut, obwohl er nach dem Fettabsaugen «ziemliche Schmerzen» gehabt habe.
Olaf Heim ist in guter Gesellschaft: Immer mehr Männer wagen den Schritt zum Schönheitschirurgen, lassen sich Falten aufspritzen, Haare verpflanzen oder Nasen korrigieren. Von den jährlich 50 000 Schönheits-OPs in der Schweiz ist der Patient rund 9500- mal männlich. Fettabsaugen ist bei Männern der am häufigsten gewünschte Eingriff, gefolgt von der Augenlidstraffung. Ebenfalls im Trend sind Haartransplantationen. 2011 unterzog sich der englische Nationalkicker Wayne Rooney einer Haarverpflanzung. Allerdings verlief diese 20 000-Franken-OP nicht wirklich erfolgreich. Zufrieden mit seiner «haarigen» Veränderung ist Jürgen Klopp, Fussballtrainer bei Borussia Dortmund. «Ich finde, das Ergebnis ist ganz cool geworden», liess er verlauten.
Zu glauben, dass sich nur Stars oder die betuchte Oberschicht operieren lassen, ist falsch. Die Patienten kommen aus allen Bevölkerungsschichten und allen Altersklassen. «Junge Männer lassen sich vor allem Fett absaugen und die Nase korrigieren, ältere Männer wollen sich, neben dem Fettabsaugen, vor allem die Oberlider straffen lassen», sagt Gertrude M. Beer, Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie FMH. Nicht immer entschliessen sich die Männer ganz freiwillig zum Besuch beim Schönheitsdoc. «In letzter Zeit nehmen immer mehr Frauen ihre Männer zur Begutachtung mit», so Beer. «Viele Frauen denken, wir geben und so viel Mühe, attraktiv auszusehen, diese Mühe sollen die Männer auch auf sich nehmen.»
Die Schweiz hat den höchsten Verbrauch an Botox
Aber nicht nur im Bereich der Schönheitschirurgie holen die Männer auf. Auch nicht invasive Methoden wie Botox- oder Laserbehandlungen werden zunehmend von Männern gewünscht. So hat die Schweiz den grössten Verbrauch an Botox pro Kopf im internationalen Vergleich. Bei Smoothline, einem auf kosmetische Botulinum- und Filler-Behandlungen spezialisierten Resort, ist die Zahl der Kunden im letzten Jahr um 25 Prozent gewachsen. Jeder sechste Kunde ist ein Mann. «Es gibt zwei Hauptgruppen», sagt Dan Iselin, ärztlicher Leiter von Smoothline. «Zum einen kommen Männer aus der oberen Hälfte der sozioökonomischen Schicht, zwischen 35 bis 50 Jahren, zum anderen jüngere, homosexuelle Männer.»
Auch bei Kosmetikerinnen und Waxing-Institutengibt es immer mehr Kunden. Bei Wax Inn, einem Institut, das in Bern, Basel und Zürich Filialen hat, ist der Anteil männlicher Kundschaft gestiegen. «Der Favorit ist Haarentfernung am Rücken, gefolgt von der Haarentfernung an Brust und Bauch. Die Haarentfernung im Intimbereich, der sogenannte Brazilian Man, wird am dritthäufigsten verlangt», sagt Geschäftsführerin Sandra Käser. Der Brazilian Man, der unter «Desserts- yummy yummy» angeboten wird, kostet im Studio in Bern, «exkl. Po-Falte», 85 Franken. Die wohl angenehmste Art, sich und seinem Äusseren Gutes zu tun, ist der Gang zur Kosmetikerin. Allerdings braucht auch dieser Schritt beim Mann eine gewisse Überwindung. «Oft sind es Mütter oder Freundinnen, die einen Mann ermutigen, sich zu einer Gesichtspflege anzumelden», sagt Denise Gadient vom Kosmetikinstitut The Face in Zürich. «Eine gepflegte Haut gehört heute zum Standard der meisten Männer», so Gadient.
Diese Entwicklung sieht man auch bei der Marke Nivea Men. «Männer zwischen 25 und 49 zeigen die höchste Affinität zu Kosmetikprodukten und sind auch die entsprechend grösste Zielgruppe. Doch mit dem Älterwerden dieser pflegebewussten Zielgruppe und dem demografischen Wandel wird auch der Gesichtspflegemarkt ab 50+ zukünftig wachsen», sagt Senior Brand Manager Lukas Schulthess. «Überspitzt gesagt befindet sich der moderne Mann heute irgendwo zwischen Caveman und metrosexuellem Beckham.»
Was aber bringt die Männer dazu, sich den gleichen Schönheitsritualen zu unterwerfen wie die Frauen? «Die Bösen sind die Hässlichen», sagt Stephan Hägeli, Geschäftsführer von Acredis Spezialzentren für Ästhetische Chirurgie: «Menschen schliessen unbewusst vom Äusseren auf das Innere.» Für viele Männer sei deshalb der berufliche und soziale Aufstieg mit einer optischen Korrektur verbunden. «Bis vor fünf Jahren war für viele Männer eine Operation keine Option. Das Luxustussi-Image der Branche mit Assoziationen wie maskenartige Gesichter und überdimensionale Brüste haben das starke Geschlecht ferngehalten», so Hägeli. Im Zuge der Verfeinerung der Methoden und Techniken habe sich die Möglichkeit für natürlichere Ergebnisse gewandelt.»
Beschränkte Möglichkeiten für Penisvergrösserung
Hat in Zukunft nur noch der gut aussehende und gepflegte Mann Erfolg? Hemmt ein Bierbauch beim Ersteigen der Karriereleiter? «Männer erleben eine Entwicklung, denen Frauen schon lange ausgesetzt sind», sagt Susanne Brauer, Studienleiterin Bioethik, Medizin und Life Sciences von der Paulus-Akademie Zürich. Eine «Moralisierung» des Männerkörpers finde nun ebenfalls statt und laufe über das Thema Leistung. Es sei vor allem der «soziale Druck», der insbesondere in der Arbeitswelt aufgebaut werde: dass man trotz hoher Belastung nach wie vor jugendlich und dynamisch auszusehen habe. «Dahinter steht ein rein mechanisches Denken», so Brauer, «das Alter wird als Schaden am Körper wahrgenommen, der aber mit Hilfsmitteln zu reparieren ist.» Brauer findet diese Entwicklungen «fatal». Man solle sich gegen diese Denkweisen wehren, indem man nicht mitmache.
Ein Gebiet, das sich im wahrsten Sinne des Wortes im Wachstum befindet, ist die Genitalchirurgie. Allerdings sind die Möglichkeiten für eine Penisvergrösserung beschränkt. Die operative Verlängerung wirk rein optisch, denn die Möglichkeiten sind begrenzt: Eine echte Verlängerung des Schwellkörpers ist gar nicht möglich.
Im ästhetischen Bereich geht es um viel Geld, grosse Wünsche und teilweise zu grosse Versprechungen. Und: Eine Operation oder ein Eingriff ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Schweiz werden laut Acredis immer mehr Schadensfälle nach Schönheitsbehandlungen gemeldet. Das hat damit zu tun, dass das Angebot immer grösser und unübersichtlicher geworden ist. Aber auch damit, dass noch immer jeder Arzt ohne besondere Ausbildung Schönheitsbehandlungen vornehmen kann.
Weder mögliche Komplikationen noch Schmerzen oder die Kosten bringen manche Männer von ihren Vorstellungen perfekter Schönheit ab: Den 26-jährigen Fitnesstrainer Rico Gonzalez* störten sein müder Blick und seine Tränensäcke. Nachdem er bereits diverse Botox- und Hyaluronunterspritzungen gehabt hatte, suchte er Hilfe bei einer Schönheitschirurgin, die ihm allerdings von einer Operation abriet. Gonzalez ging zum nächsten Beauty Doc und wurde von ihm operiert. Das Ergebnis befriedigte ihn nicht. Darum wäre er einer weiteren Operation, nicht abgeneigt. «Ich bin halt ein Perfektionist», sagt Gonzalez trotzig.
* Namen von der Redaktion geändert
Publiziert am 04.08.2013

Mittwoch, 20. Juni 2012

Sicherheitsinformation zu MACROLANE

Das Österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen hat kürzlich folgende Sicherheitsinformation veröffentlicht:

MACROLANE (Hyaluronsäure) zur Brustvergrösserung kann die Auswertung von Mammografien beeinträchtigen. Mammografie wird in Österreich, wie in vielen anderen Ländern auch, zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt. Die laufende Diskussion über die adäquate radiologische Diagnostik von Brüsten, die mit MACROLANE vergrössert wurden, veranlassen den Hersteller zur Einstellung dieser Indikation für MACROLANE bis auf weiteres.